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Online-Lexikon Telekommunikation



Dienste im GSM-Netz

Das Dienstspektrum der GSM-Netze lässt sich in die vier Gruppen unterteilen:
  • Trägerdienste
  • Telekommunikationsdienste
  • Zusatzdienste
  • Mehrwertdienste
Trägerdienste

Aufgabe der Trägerdienste ist der gesicherte Nachrichtentransport. Zur Übertragung von digitalisierten Sprachnachrichten steht insgesamt eine Datenrate von 22,4 kBit/s zur Verfügung. Davon werden 13 kBit/s für die komprimierten Sprachzeichen und der Rest für Daten zur Durchführung von Fehlerkorrekturmaßnahmen verwendet.

Telekommunikations-Dienste

Telekommunikations-Dienste setzen auf den Trägerdiensten auf. Sie dienen der Kommunikation zwischen den Teilnehmern oder können als intelligente Dienste auch Leistungen für einzelne Teilnehmer erbringen. Sie gliedern sich in Sprachdienste (Voice-Services) und Nicht-Sprachdienste (Non-Voice-Services).

Die Sprachdienste der GSM- und DCS-Netze haben den mit Abstand höchsten Anteil an der Mobilkommunikation und sind mit denen des ISDNs weitgehend identisch. Beispiele für Sprachdienste sind: Fernsprechen, Notruf, Voice Mail.

Zu den Nicht-Sprachdiensten gehören:
  • Telefax
  • Short Message Service (SMS) - also der Versand von Kurznachrichten mit maximal 160 Zeichen
  • Datenübertragung – hier wird über ein GSM-Netz eine Verbindung zwischen zwei Rechnern hergestellt.
Zusatzdienste

Zusatzdienste sind an einen Telekommunikationsdienst gebunden und konzentrieren sich auf das Fernsprechen. Die beim ISDN des Festnetzes als Dienstmerkmale bezeichneten zahlreichen Funktionen finden sich in den im Mobilfunk praktisch alle wieder. Häufig benutzte Zusatzdienste sind beispielsweise die Rufnummer-Identifizierung, die Anrufweiterschaltung, die Anrufumleitung, die Gebührenanzeige, das Sperren (selektives) und das Konferenzgespräch.

Mehrwertdienste

Das sind Dienstleistungen eines Providers, die über die Standardfunktionen der Telekommunikation hinausgehen. Sie können kostenpflichtig oder auch kostenfrei sein. Beispiele: Übernahme von Flug- und Hotelreservierungen, Stauvorhersagen, Börsennachrichten, Pannenservice, Sekretariatsdienste. Für die Provider ist die Qualität der Mehrwertdienste ein wichtiger Wettbewerbsfaktor.

Ein mobiler WWW-Dienst wird über das Wireless Application Protocol (WAP) realisiert. WAP-Handys übernehmen die Rolle von Clients, deren Funktionen von einem einfachen textbasierten Browser ausgeführt werden, der in die Software der WAP-Handys integriert ist. Auf Web-Server mit den üblichen multimedialen HTML- bzw. XML-Seiten kann nicht zugegriffen werden, sondern nur auf das Angebot spezieller WAP-Server. Die Web-Seiten müssen mit der XML-basierten Markup-Sprache Wireless Markup Language (WML) programmiert sein. Ein mit den heutigen Ansprüchen vergleichbarer Zugang zum Internet ist mit dieser Technik nicht zu erreichen.

Eine besondere Form der Mehrwertdienste sind die Index-SchlagwortLocation Based Services (LBS), zu deren Inanspruchnahme eine vorherige Ortung der/des Kundin/en notwendig ist. LBS finden großes Interesse, wie Marktforschungs- und Unternehmensberatungsfirmen und deren Studien bestätigen. So zeigt eine Studie von Airflash: in den Hauptmärkten Frankreich, Großbritannien und Deutschland hält rund die Hälfte der Handybesitzer (42% Deutschland, 52%Großbritannien, 59% Frankreich) ortsbezogene Dienste für sinnvoll. Von diesen potentiellen Kunden würde etwa die Hälfte (54% Deutschland, 69% Großbritannien, 44% Frankreich) sogar den Mobilfunkanbieter wechseln, um ortsbezogene Mobilfunkdienste nutzen zu können.

Zu den LBS gehören sogenannte „pull”-Services, d.h. standortbezogene Informationen, die der Kunde über sein Handy anfordern kann. Wo ist der nächste Bankautomat, die nächstgelegene U-Bahnstation? Wo finde ich eine Pizzeria? Bis hin zur elektronischen Stadtführung reicht die Palette der Möglichkeiten. Zu diesem Typ gehören auch Services, die gewissermaßen abonniert werden wie etwa Stauwarnungen oder örtliche Wettervorhersagen. Die für LBS notwendigen Daten werden von den sogenannten „Content”-Lieferanten zur Verfügung gestellt.

Die technischen Möglichkeiten für solche Dienste wachsen in dem Maße, wie Breitband-Übertragungstechniken verfügbar werden (UTMS bzw. Index-SchlagwortGPRS). Durch sie wird auch die Übertragung von Digitalfotos und kurzen Videoclips möglich.

Der Multimedia Message Service ist eine Weiterentwicklung des üblichen SMS-Dienstes. Nachrichten von Handy zu Handy können damit auch umfangreichere Sound, Farbgrafiken oder angehängte Dateien umfassen. Vorstellbar sind Grußkarten, Bildschirmschoner, Postkarten, Visitenkarten, Landkarten, Zeichentrick-Animationen, interaktive Videos und Gesprächsaufzeichnungen. Daneben macht MMS das Empfangen und Verschicken von umfangreichen Nachrichten von und an E-Mail-Adressen möglich.

Recherchehinweise zum Thema:

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