Frequenzband nennt man einen abgegrenzten Frequenzbereich. Im Rundfunk arbeiten zum Beispiel die UKW-Sender im Frequenzband von 84 MHz bis 110 MHz.
Jeder Frequenzbereich hat bestimmte physikalische Eigenschaften, die den Ausbreitungsbereich und die Störempfindlichkeit beeinflussen. Nicht das gesamte elektromagnetische Spektrum ist für Kommunikationszwecke nutzbar. Es gibt zahlreiche Frequenzbereiche, die nicht ohne weiteres unter den Begriff "Funk" zu fassen sind. Dazu gehören etwa das gesamte sichtbare Licht, die Infrarotstrahlung, das ultraviolette Licht, die Mikrowellenstrahlung oder die Röntgenstrahlung.
Für die Übertragung von Information nutzbare Frequenzbereiche sind ein knappes Gut, das entsprechend aufgeteilt wird. Damit sich Signale nicht gegenseitige stören, müssen für jedes Kommunikationsmedium bestimmte Frequenzbereiche reserviert werden.
Für den Mobilfunk stehen in Europa die Frequenzbänder 1800 MHz (in Deutschland E-Netze), 900 MHz (in Deutschland D-Netze)und 2000 MHz (
UMTS) zur Verfügung. Früher spielte sich in Deutschland bei 450 MHz der C-Netz-Verkehr ab, den es inzwischen nicht mehr gibt.
Die Frequenzbänder sind nach den runden Zahlen benannt, tatsächlich wird immer der Bereich um die Frequenzen herum verwendet, nicht nur diese eine Frequenz.
Es ist kein Zufall, dass 900 als das Doppelte von 450 und 1800 als das Doppelte von 900 verwendet wird. Das hat mit einem physikalischen Phänomen zu tun: Jede Antenne muss in ihrer Beschaffenheit (vor allem in ihrer Länge) auf ein sogenanntes "optimales Stehwellenverhältnis" angepasst sein. Das bedeutet: Es gibt eine bestimmte Frequenz, die sie besonders wirkungsvoll empfängt und sendet. Je weiter man sich von dieser Frequenz entfernt, um so schlechter werden Sendeleistung und Empfang.
Allerdings arbeitet eine Antenne seltsamerweise immer auch in den ganzzahligen Vielfachen ihrer Resonanzfrequenz sehr gut. Das heißt, eine Antenne für 450 MHz funktioniert auch bei 900 MHz und bei 1350 MHz, sowie bei 1800 MHz (und so weiter) sehr gut.
Als das D-Netz geplant wurde, wollte man Kompatibilität zwischen dem C-Netz und dem neuen Frequenzband erreichen. Deshalb nahm man einfach die doppelte Frequenz. Als das E-Netz dazu kam, hätte man das Frequenzband um 1350 MHz nehmen können, um mit dem C-Netz kompatibel zu bleiben. Das ist aber nur ein Vielfaches von 450 MHz und nicht von 900 MHz. Um zwischen allen drei Frequenzbereichen Kompatibilität zu gewährleisten, musste man auf das kleinste gemeinsame Vielfache gehen: das sind 1800 MHz.
Die Frequenzbänder sind kompatibel, nicht aber unbedingt die in den unterschiedlichen Netzten verwendete Sende- und Empfangstechnik. Die Antennen der D1- und D2-Telefone sind für beide Frequenzbereiche geeignet, aber die Elektronik nicht unbedingt, zumal den D-Netzen und E-Netzen etwas unterschiedliche Standards zu Grunde liegen. Deshalb gibt es àDualband-Handys, die in beiden Netzen funktionieren.
Ein aufwendiges Trippleband-Handy braucht gar, wer in den USA genauso telefonieren will wie in Europa. Dort gehören die 1800 MHz und 900 MHz Frequenzen dem Militär. Im Mobilfunk wird der Frequenzbereich 1900 MHz verwendet, der mit 900 bzw. 1800 MHz nur sehr eingeschränkt kompatibel ist. Zudem herrscht in den USA ein ganz anderer technischer Mobilfunkstandard vor, der sich mit
GSM nicht verträgt.
Für
UMTS werden wieder neue Frequenzbereiche genutzt. Es arbeitet im Bereich 1900 MHz bis 2200 MHz, der aber nicht überall in der Welt zur Verfügung steht. In manchen Ländern wird er schon für andere Zwecke genutzt. Ein Produkt, das bereits realisiert wird, ist
GPRS, das auf den herkömmlichen
GSM Frequenzen arbeitet, aber ähnliches leistet.
In Zukunft wird es sicherlich Multiband- und Multistandard-Handys gehen, die viele verschiedene Frequenzen und viele verschiedene Funkstandards (Protokolle) beherrschen. Allgemein nennt man dies auch "Multimode".
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