Das Internet ist ein weltweites Computernetz, das Millionen von Rechnern miteinander verbindet. Oft wird es auch als „Netz der Netze“ bezeichnet, weil es die Verbindung technisch unterschiedlichster Netzwerke ermöglicht. Unabhängig davon, welche Hardware verwendet wird oder unter welchen Betriebssystemen sie funktionieren, können alle angeschlossenen Computer miteinander kommunizieren. Dabei reisen die Datenpakete über Telefonleitungen, Glasfaserkabel, Funkstrecken, Satellitenverbindungen usw. rund um die Welt.
Protokolle
Damit unterschiedlichste Computer Daten austauschen können, mussten erst einmal weltweit gültige Regeln für eine solche Datenübertragung geschaffen werden. Zudem musste ein Weg gefunden werden, um das Netz funktionsfähig zu halten, wenn große Teile davon aus irgendwelchen Gründen ausfallen. Alles das leisten die Internet-Protokolle, allen voran TCP/IP (Transmission Control Protocol / Internet-Protocol).
Das TCP/IP-Protokoll ist auf der Hardware-Seite dafür zuständig, dass die Daten auch den Weg zum angewählten Computer finden – und das jeweils möglichst auf der schnellsten Strecke.
Dabei gehen die Dateien, die von einem Computer zum anderen geschickt werden, nicht als zusammenhängende Datei auf die Reise. Sie werden vielmehr in kleine Datenpakete (packets) aufgesplittet. Jedes ist mit der Erkennungsnummer des Zielcomputers (IP-Adresse) unverwechselbar adressiert. Erst beim Empfänger wird alles wieder zusammengesetzt. Die einzelnen Pakete nehmen den jeweils schnellsten Weg, keineswegs abe durchlaufen zusammengehörige Datenpakete unbedingt denselben Weg. Die Aussendung von Rechner in Frankfurt kann durchaus teilweise über Sydney laufen, teilweise über Detroit oder auch Berlin. Der kürzeste Weg ist nicht immer der im Augenblick schnellste. Störungen auf der Strecke unterbrechen den Datentransport nicht - die Datenpakete nehmen einfach einen anderen Weg zum Ziel.
Internet-Dienste
Das Internet ist keineswegs ein einheitliches Kommunikationssystem. Für unterschiedliche Zwecke gibt es unterschiedliche Übertragungsarten. Der heute meistgenutzte Internet-Dienst ist E-Mail, die elektronische Post. Um große Computerdateien zu übertragen, eignet sich FTP am besten. Nach Dateien sucht man mit Archie oder
Gopher. Life-Gespräche laufen in den Kanälen des IRC (Internet Relay Chat), mit Telnet kann man weit entfernte Computer steuern, das Usenet ist die Plattform, auf dem Newsgroups ihre Diskussionsforen zu allen möglichen Themen abwickeln.
Der riesige Erfolg des Internet verdankt sich aber einem einzigen Dienst, der heutzutage von vielen mit dem Internet gleich gesetzt wird. 1993 wurde das World Wide Web gestartet. Damit wurde eine gwissermaßen intuitive Navigation in grafisch aufbereiteten Dokumenten (Homepages) möglich, die durch Links verbunden sind. Bilder, Töne, Videos, Animationen u. a. können eingebunden werden. Das bedienerfreundliche und attraktive WWW integriert zunehmend die anderen Internet-Dienste.
Geschichte des Netzes
Am Anfang war das Militär: Es suchte nach Möglichkeiten, elektronische Kommunikation im Kriegsfall aufrecht zu erhalben. Dann nutzte die wissenschaftliche Welt das Internet. Großcomputern und Datenbanken, Textarchive und Computerprogramme ließen sich damit gemeinsam nutzen. Die Kommunikation unter den Wissenschaftlern erlebten einen Schub. Studenten griffen die demokratischen Strukturen des Netzes aunf und erweiterten es für ihre Zwecke: sie erfanden das Usenet.
Mit dem WWW kam die Kommerzialisierung: Internet-Provider und Online-Dienste brachten wirtschaftliche Interessen ein und erfanden profitable Dienste (Net-Shopping, Teleworking, Werbung, Infotainment, Unterhaltung), die heute das Web beherrschen. Damit erst wurde allerding der Internet-Zugang für jeden bezahlbar, der sich einen PC, ein
Modem und einen Internet-Account leisten kann.
Das Medium Internet
Einzelne Bürger und Gruppen können heute im WWW ohne große Kosten publizieren und kommunizieren. Viele Nutzer sehen es als einen gigantischen Versandhauskatalog an: Flüge buchen, Bücher bestellen, Aktien kaufen, Versicherungen abschließen – so bewegtsich der Surfer durchs Netz und gibt viel Geld aus.
Doch Internet ist mehr - es ist ein geweltiges Informationsmedium. Durch Suchmaschinen wird es mehr schlecht als recht erschlossen: Millionen Webseiten lassen sich nach beliebigen Inhalten durchsuchen. Ihre Ergebnislisten machen es nicht leicht, den unsäglich vielen Spreu von knappen Weizen abzusondern. Das Internet steht für eine unüberschaubare Vielfalt von Inhalten und Angeboten, private Seiten und engagierte nicht-kommerzielle Projekte prägen – neben dem kommerziellen Bereich – die Netzkultur.