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Online-Lexikon Telekommunikation



Elektromagnetisch

Siehe auch:

Index-SchlagwortElektromagnetische Wellen Index-SchlagwortElektrosensibilität

Zwei Begriffe kommen hier zusammen: Elektrizität und Magnetismus. Sie haben eng miteinander zu tun.

Elektrizität: gleiche elektrische Ladungen stoßen sich ab, ungleiche ziehen sich an – das sollten wir in der Schule gelernt haben. Das Kraftfeld, mit dem sich ein geladener Körper umgibt, nennt man elektrisches Feld. Die Stärke dieses elektrischen Feldes, elektrische Feldstärke, geben Physiker in Volt pro Meter (V/m) an.

Solche Felder sind ganz natürlich. Zwischen Erdoberfläche und den stark aufgeladenen Luftschichten darüber (lonosphäre) bildet sich ein elektrisches Feld aus. Je nach Wetterlage und Reinheit der Luft ist es zwischen zwischen 100 und 500 V/m stark. In einem Gewitter sind die Feldstärken dreißig- bis vierzigmal höher – sie liegen bei 3.000 bis 20.000 V/m.

Magnetismus: Magnete erzeugen Magnetfelder: Wenn sich eine Kompassnadel nach Norden ausrichtet oder ein kleines Stück Metall den Notizzettel an der Metalltafel festhält, haben wir es mit Magnetfeldern zu tun.

Die Stärke des Magnetfelds, in der Fachsprache: die magnetische Flussdichte oder Induktion, wird in der Maßeinheit Tesla angegeben (T). Ein amerikanischer Physiker, Nikola Tesla (1856-1943), Mitarbeiter von Edison, hat ihr seinen Namen gegeben.

Das natürliche magnetische Feld rund um die Erde ist in unseren Breiten etwa 40 bis 50 Mikrotesla stark, das künstlichen Magnetfeld eines Kernspintomografen dagegen etwa 1 bis 4 Tesla, es ist also mehr 20.000 mal stärker.

"Warum elektromagnetisch?"

Zwischen elektrischen und magnetischen Erscheinungen gibt es einen engen Zusammenhang:
  • Wenn elektrischer Strom durch einen Draht fließt, wird elektrische Ladung bewegt und erzeugt ein Magnetfeld zylinderförmig um den Leiterdraht herum. Jede Kompassnadel richtet sich danach aus. Jeder stromdurchflossene Leiter - sei es eine Hochspannungsleitung, das Telefonkabel oder die Stromzuführung zu einem elektrischen Gerät im Haushalt - sie alle sind von Magnetfeldern umgeben. Strom erzeugt also ein Magnetfeld – je mehr Schleifen im Draht und je mehr Strom durch den Draht fließt, um so stärker ist das Magnetfeld. Auch das statische Magnetfeld der Erde kann man sich entstanden denken aus bewegter elektrischer Ladung: Tief im Erdinnern, im glühend heißen flüssigen Eisenkern fließen gigantische elektrische Ströme.


  • Umgekehrt:

  • magnetische Felder rufen elektrische Wirkungen hervor, mit ihrer Hilfe kann man elektrische Ströme erzeugen. Bewegt man eine Leiterschleife in einem Magnetfeld (zum Beispiel das der Erde), so fließt ein elektrischer Strom, auch dann, wenn keine Spannungsquelle (etwa eine Batterie) anliegt. Diese „elektromagnetische Induktion" entdeckte 1831 Michael Faraday.
Elektrizität und Magnetismus – beide Phänomene bedingen sich gegenseitig und sind zwei Seiten einer Medaille. Physiker nennen daher beide Wirkungen immer in einem Atemzug: Elektromagnetismus.

Elektromagnetismus entzieht sich den Sinnen

Der Mensch hat im Gegensatz zu manchen Tieren wie zum Beispiel bestimmten Zugvögeln kein Sinnesorgan für die Wahrnehmung elektrische und magnetische Felder. Das natürliche Magnetfeld der Erde, das künstliche Feld starker Magnete oder elektrische Felder von Haushaltsgeräten, Antennen oder Mobilfunkgeräten – alles das ist so schwach, dass ein Mensch sie nicht direkt wahrnehmen kann.

Ausnahme: Die Felder sind so energetisch so stark, dass wir sie indirekt wahrnehmen. So können einem sprichwörtlich „die Haare zu Berge stehen". Es können sich vielleicht sogar elektrische Entladungen in Form von kleinen Funken entwickeln.

"Was passiert, wenn ein Mensch sich in einem elektromagnetischen Feld aufhält?

Sobald man eintritt, verteilen sich auf der Haut - der leitfähigen Körperoberfläche - Ladungen um: Es fließen sogenannte Oberflächenströme. Die Spannungsunterschiede gleichen sich über die Luft oder andere Leiter aus. Meistens geschieht das nämlich langsam, und deshalb spürt man nichts. Wenn der Spannungsausgleich kurzzeitig erfolgt, ist er sehr spürbar. Das kennt jeder: Man spürt einen winzig Stromschlag, wenn man eine statisch aufgeladene Türklinke oder auch die Hand eines anderen Menschen berührt.
Sehr energiereich Felder können dagegen in der Tat auch schädigend auf den Körper einwirken und die Index-SchlagwortGesundheit beeinträchtigen.

Unter folgenden Stichworten gibt es zusätzliche Informationen zu diesem Themenkomplex:
Index-SchlagwortElektromagnetische Wellen
Index-SchlagwortElektrosensibilität
Index-SchlagwortElektrosmog
Index-SchlagwortGrenzwerte
Index-SchlagwortWHO

Recherchehinweise zum Thema:

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