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Online-Lexikon Telekommunikation



EDGE

EDGE bedeutet "Enhanced Data Rates für GSM Evolution" und ist eine Weiterentwicklung des Index-SchlagwortGPRS-Standards, die deutlich höhere Übertragungsraten ermöglicht. Mit Hilfe des EDGE-Standards können bestehenden GSM/GPRS-Netze auf annähernd den Standard der 3. Mobilfunkgeneration aufgerüstet werden. Sie erreichen dann Datenraten, die mit Index-SchlagwortUMTS vergleichbar sind – theoretisch bis zu 473 kbit/s.

In der Praxis werden üblicherweise Werte um 200 kbit/s erreicht. Das ist zwar deutlich weniger als in UMTS-Netzen, aber das Mehrfache der Index-SchlagwortISDN-Geschwindigkeit. EDGE ist in der Bandbreite zwischen GPRS und UMTS angesiedelt und wird schon heute von vielen Endgeräten unterstützt. Die Technik erlaubt damit einen deutlich schnelleren Datentransfer über ein mobiles Endgerät.

Auch bezüglich der Netzwerkeffizienz reicht EDGE nicht an UMTS heran, weil des WCDMA-Multiplexverfahren die Zellen besser auslastet als das bei EDGE verendete TDMA/FDMA-Multiplexverfahren von GSM/GPRS. Die gebräuchlichste EDGE-Variante E-GPRS (Enhanced oder Evolved GPRS) ist wie GPRS ein paketorientierter Datendienst, nutzt aber statt der GMSK-Modulation (Gaussian Minimum Shift Keying) die höherwertige Index-Schlagwort8-PSK-Modulation (8-Phase Shift Keying). Damit lassen sich pro GSM-Zeitschlitz im Idealfall bis zu 48 kBit/s übertragen, insgesamt also 384 kBit/s. Andere EDGE-Varianten sind wie Index-SchlagwortHSCSD leitungsorientiert.

EDGE eignet sich deshalb vor allem für Mobilfunkanbieter, die keine UMTS-Frequenzen zur Verfügung haben, oder aber zur Ergänzung des UMTS-Netzes in der Fläche. In der Schweiz beispielsweise wird die Technik genutzt, um außerhalb der mit UMTS versorgten Gebiete schnelle Datenübertragen und Multimedia-Angebote im Mobilfunknetz anbieten zu können. Auch T-Mobile Deutschland rüstet seit Frühjahr 2006 sein GSM/GPRS-Netz mit der EDGE-Technik auf. Bis 2007 soll die Hälfte der Bundesrepublik mit EDGE versorgt sein – zusammen mit der UMTS-Versorgung, die dann komplett auf HSDPA aufgerüstet sein soll, ergibt sich eine Flächendeckung von rund 70 Prozent.

Der wirtschaftliche Vorteil: Für EDGE sind keine neuen Sender und Antennen nötig. Die bestehende Mobilfunk-Infrastruktur aufzurüsten ist einfacher und kostengünstiger zu realisieren, als ein komplett neues Netz aufzubauen.

Die Verfügbarkeit von EDGE macht sich durch die gegenüber GPRS deutlich bessere Performance bemerkbar. EDGE benötigt infolge des verwendeten anspruchsvolleren Modulationsverfahrens aber bessere Funkverbindungen zur Basisstation und schaltet anderenfalls auf GSM-Modulationsarten zurück.

Recherchehinweise zum Thema:

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