Online-Lexikon Telekommunikation
Krebs
Zentraler Verdacht, den Mobilfunkgegner immer wieder ins Gespräch bringen: Handystrahlen könnten Krebs auslösen. Krebs gehört zu den Krankheiten, die sich meist über längere Zeit entwickeln. Tumore werden durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst, selten lässt sich eine einzige Ursache feststellen. Zu diesen Faktoren könnte theoretisch die elektromagnetische Strahlung gehören. Ob das so ist, versucht die Wissenschaft auf zwei Wegen herauszufinden: durch epidemiologische Forschung und durch Tierversuche.
Um die in der Wissenschaft weit überwiegend geteilte
Risikobewertung vorweg zu nehmen: Weder können derzeit Mechanismen eindeutig dingfest gemacht werden, über die die Telefone Krebs auslösen könnten, noch lassen die laufenden Untersuchungen an Handynutzern ein erhöhtes Risiko erkennen.
Politiker wie Wissenschaftler sind sich jedoch einig darüber, dass weiterer Forschungsbedarf zur möglichen biologischen Wirkung gepulster elektromagnetischer Strahlung besteht – unabhängig davon, ob diese Wirkung dann auch ein Gesundheitsrisiko beinhalten würde.
In Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen hat der VDE im März 2002 ein auf neuesten internationalen Forschungsergebnissen basierendes Positionspapier veröffentlicht. Es soll einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion leisten. Der Auswertung lagen 62 wissenschaftliche Arbeiten aus der jüngsten Zeit zugrunde, die vorab einen international anerkannten Begutachtungsprozess durch unabhängige Experten durchlaufen hatten. Im Mittelpunkt stand die elektromagnetische Strahlung im Mobilfunkbereich (800 MHz bis 2.450 MHz) und die heutigen (z.B.
GSM, DECT, Bluetooth) sowie künftigen Mobilfunkanwendungen wie zum Beispiel
UMTS.
Beim Telefonieren wird das Handy an den Kopf gehalten. Weil dieser Körperbereichs besonders empfindlich ist, waren Untersuchungen zu eine möglichen Beeinflussung des Gehirns ein Schwerpunkt der Studie. Fünf epidemologische Untersuchungen jüngeren Datums setzten sich mit der Frage auseinander, ob Handy-Nutzer gegenüber Nichtnutzern ein erhöhtes Tumorrisiko haben. Die Studien legen keinen Zusammenhang zwischen Handynutzung und einer Erhöhung der Krebsrate nahe. (siehe Gutachten, beauftragt durch die schwedische Strahlenschutzbehörde:
http://www.ssi.se/ssi_rapporter/pdf/ssi_rapp_2002_16.pdf) Zu einem ganz ähnlichen Ergebnis kommen acht große Studien mit Tieren.
Ein Krebsrisiko durch Handys, wenn überhaupt vorhanden, muss daher sehr klein sein. Expertenkommissionen wie die der Strahlenschutzkommission in Deutschland (www.ssk.de) oder die britische Stewart-Gruppe (
http://www.iegmp.org.uk/lEGMPtxt.htm) kommen nach sorgfältiger Bewertung aller vorliegenden Daten zu der Bewertung, dass Handys nicht oder nur unwesentlich zur Krebsentstehung beitragen.
Die Weltgesundheitsorganisation hat ein Merkblatt mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen herausgegeben. Die Kernaussage lautet:
„Alle bisher durchgeführten Überprüfungen des wissenschaftlichen Er-kenntnisstandes ergaben, dass elektromagnetische Felder von Mobiltele-fonen oder deren Basisstationen zu keinen schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit geführt haben.“
(WHO Factsheet 193, Juni 2000,
http://www.who.int/inf-fs/en/fact193.html)
Unter folgenden Stichworten gibt es zusätzliche Informationen zum Themenkomplex Mobilfunk und Gesundheit:
Belastung durch Sendemasten
Bundesamt für Strahlenschutz
Elektrosensibilität
Elektrosmog
Grenzwerte
ICNIRP
Krebs
Leukämie
Risikobewertung
SAR
Strahlenschutzkommission
WHO
Recherchehinweise zum Thema:
ICNIRP-Sekretariat c/o Dipl.-Ing. R. Matthes, Bundesamt für Strahlenschutz, Institut für Strahlenhygiene Ingolstädter Landstraße 1, 85764 Oberschleißheim, Internet:
http://www.icnirp.de
Strahlenschutzkommission c/o Geschäftsstelle im Bundesamt für Strahlenschutz, Postfach 12 06 29, 53048 Bonn, Fax (0228)676459, Internet:
http://www.ssk.de
Weltgesundheitsorganisation (WHO) (EMF-Projekt), Health Communications and Public Relations, WHO, Genf, Telefon (0041)22791-2532, Fax (0041)22791-4858, Internet:
http://www.who.int/peh-emf/
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Referat Öffentlichkeitsarbeit, Postfach 120629, 53048 Bonn, E-Mail: oea1000@wp-gate.bmu.de, Internet:
http://www.bmu.de
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Postfach 100149, 38201 Salzgitter, Telefon (05341)885-130, Fax: (05341)885-150, Internet:
http://www.bfs.de
Forschungsgemeinschaft Funk, Rathausgasse 11a, 53111 Bonn, Telefon (0228) 72622-0, Fax (0228)72622-11, E-Mail: info@fgf.de, Internet:
http://www.fgf.de
Forschungszentrum für Elektro-Magnetische Umweltverträglichkeit (FEMU) an der RWTH Aachen, Pauwelsstr. 20, D-52074 Aachen, Telefon (0241) 80 72 87, Fax (0241)8888636, Internet:
http://www.femu.rwth-aachen.de, E-Mail: info@femu.rwth.aachen.de
Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen, Rosenkavaliersplatz 2, 81925 München, Bürgertelefon (089)9214-31 66, Fax (089)9214-2266, Internet:
http://www.umweltministerium.bayern.de/bereiche/mobilf/fragen/mf7.htm
Regulierungsbehörde Telekommunikation und Post (Reg TP), Postfach 8001, 53105 Bonn, Telefon (01805) 10 10 00 (bundesweites Infotelefon 12 cent/min), oder: (030)224805-00 Telefax: (030)224805-15, E-Mail: Verbraucherservice@regtp.de, Internet:
http://www.regtp.de
Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF), Hegelplatz 1, 10117 Berlin, Telefon (030)2091698-0, Telefax (030)2091698-11, E-Mail: info@izmf.de, Internet: www.izmf.de
Arbeitskreis Elektro-Biologie e.V., Pognerstr. 5, 81379 München, Telefon 089 - 742 99 741, Internet:
http://www.elektrobiologie.com/
Zentrum für Elektropathologie Prof. Dr. med. Eduard David, Universität Witten/Herdecke / Zentrum für Elektropathologie, Stockumer Str. 28, 58453 Witten, Telefon 023 02 /28251 - 31, Fax 02302 / 28251 - 35