Jeder dritte Deutsche träumt von einem Leben in einem anderen Land. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Institutes Marplan, Offenbach, vom Sommer 2003. Vor allem junge Menschen zieht es von Deutschland weg in ein "Traumland". Geld spielt dabei eine Rolle: Je höher das Nettoeinkommen, umso eher wird mit dem Wegzug aus Deutschland geliebäugelt. Bei der Frage nach dem "Traumland" führt Australien: 5,4 Prozent der Befragten würde gern dort leben. An zweiter Stelle folgt Spanien mit 5,2 Prozent vor den USA (5,0 Prozent), Italien (4,4 Prozent) und Kanada (3,7 Prozent). 18 Prozent der 14- bis 24-Jährigen nennen die USA als ihr Traumland.
Im Jahre 2002 haben sich zehn Prozent mehr Deutsche als im Vorjahr bei der Auswanderungsbehörde registrieren lassen – fast 120.000, berichtet das Job- und Wirtschaftsmagazin Junge Karriere in seiner aktuellen Ausgabe. Noch höher war die Zahl der Anfragen beim Raphaels-Werk, das in 22 deutschen Zweigstellen Auswanderwillige berät: Rund 200.000 Deutsche ließen sich dort in 2002 über die Möglichkeiten informieren, sich im Ausland eine neue Existenz aufzubauen.
Hauptgrund für den Auswanderungswunsch: Viele Deutsche glauben, ihren Traumjob nur im Ausland finden zu können. Laut einer Umfrage des Raphaels-Werk Hamburg verlassen 60 Prozent der Auswanderer Deutschland, weil sie hier zurzeit keine berufliche Perspektive sehen. 20 Prozent wagen den Neuanfang in einem anderen Land aus familiären Gründen; gut sieben Prozent hoffen, ihren Lebensstandard im Ausland zu verbessern.
Warum Deutsche auswandern:
- Keine berufliche Perspektive in Deutschland: 60,94 %
- Familiäre Gründe: 20,14 %
- Hoffen auf wirtschaftliche Verbesserung: 7,33 %
- Politische Unzufriedenheit: 0,66 %
- Sonstige Gründe/Keine Angabe: 10,93 %
Deutschland ist also nicht nur Einwanderungsland, sondern auch heute noch ein Auswanderungsland. Seit 1950 sind alleine rund 800 000 Deutsche in die Vereinigten Staaten ausgewandert. Im Jahr 2000 sind 192 000 Deutsche nach Deutschland zugezogen (1999: 200 000), darunter 96 000 Aussiedler (1999: 105 000). Im gleichen Zeitraum sind 111 000 Deutsche fortgezogen, was zu einem Zuwanderungsüberschuss von 81 000 Deutschen führte (1999: 84 000).
Die Abwanderung von Ausländern ist noch wesentlich höher: Im Jahr 2000 sind 649 000 Ausländer nach Deutschland gekommen (1999: 674 000), darunter 79 000 Asylbewerber (1999: 95 000). 562 000 Ausländer haben das Land verlassen (1999: 556 000). Dies bedeutet, dass mehr Ausländer zu- als weggezogen sind (86 000). Es gibt also eine erhebliche Auswanderung, immer den politisch stark beachteten Zuwanderungszahlen von Flüchtlingen und Migranten gegengerechnet werden muss. Die sich dann ergebende Zahl ist der Wanderungsüberschuss oder aber der Abwanderungsüberschuss. 1997 und 1998 hatte es einen Abwanderungsüberschuss von 22 000 bzw. 33 000 Personen gegeben.
Bundesministerium des Innern, Alt-Moabit 101, 10559 Berlin, Telefon 01888-681-0, Fax 01888-681-2926, E-Mail:
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Offizielle Anlaufstelle Auswanderungswillige ist das Bundesverwaltungsamt Köln. Dort gibt es Merkblätter über jedes Zielland: Bundesverwaltungsamt Köln, Informationsstelle für Auslandstätige und Auswanderer, Telefon: 0221 / 758-0 oder Fax: 0221 / 758 - 1291
Statistisches Bundesamt, Gustav-Stresemann-Ring 11, 65189 Wiesbaden, Telefon 611-753444, Internet:
http://www.destatis.de
Regionale Beratungsstellen für Auswanderungswillige betreibt das Raphaelswerk, Dienst am Menschen unterwegs e.V., Adenauerallee 41, 20097 Hamburg, Telefon 040-248442-0,
http://www.raphaels-werk.de/
Eine private Homepage zum Thema Auswandern betreibt ein Deutscher von Paraguay aus:
http://www.auswandern-heute.de/
Zur historischen Auswanderung aus Deutschland:
http://www.forum-auswanderung.de/auswanderung2.html