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Online-Lexikon Ausländer - Fremdenfeindlichkeit - Extremismus



Diskriminierung

Siehe auch:

Antidiskriminierungsgesetz | Ausländerfeindlichkeit

Die Integration von Zuwanderern wird durch Diskriminierung erschwert. Untersuchungen darüber gibt es nur sporadisch. Im Rahmen der Repräsentativuntersuchung "Situation der ausländischen Arbeitnehmer und ihren Familienangehörigen in der Bundesrepublik Deutschland" des Bundesarbeitsministeriums von 1996 wurden jeweils rund 1.000 Personen im Alter ab 15 Jahren mit ehemals türkischer, italienischer, griechischer und exjugoslawischer Staatsangehörigkeit gefragt, ob sie im Verlauf des vorangegangenen Jahres konkrete Erfahrungen mit Fremdenfeindlichkeit im Alltag gemacht hätten.

Fast jeder vierte türkischstämmige Befragte und annähernd jeder fünfte aus dem ehemaligen Jugoslawien berichtete, beleidigt oder angepöbelt worden zu sein. Rund drei Viertel der Befragten aller Gruppen gaben an, keine derartigen Erfahrungen gemacht zu haben (Türken 67,5 Prozent, Jugoslawen 74,2 Prozent, Italiener 82,5 Prozent und Griechen 84,6 Prozent).

Außerdem wurde gefragt, ob den Zuwanderern in den vorangegangenen zwölf Monaten der Einlass in eine Gaststätte oder Diskothek, der Abschluss einer Versicherung, die Vermietung einer Wohnung, eine Anstellung bei einem Arbeitgeber oder eine Beförderungs- oder Fortbildungsmöglichkeit deshalb versagt worden sei, weil sie ausländischer Herkunft seien. Rund drei Viertel aller Befragten verneinten dies. Die anderen erklärten, sie seien vor allem von Vermietern benachteiligt worden (Türken 10,2 Prozent, ehemalige Jugoslawen 11,2 Prozent, Italiener 6,6 Prozent und Griechen 8,3 Prozent) oder man habe ihnen den Einlass in eine Gaststätte oder Diskothek verwehrt (Türken 9,2 Prozent, ehemalige Jugoslawen 7,5 Prozent, Italiener 6,2 Prozent und Griechen 5,9 Prozent).

Aktuellere Daten für das Bundesgebiet liegen nicht vor. Eine aktuelle Untersuchung des Zentrums für Türkeistudien kommt aber für Nordrhein-Westfalen zu dem Resultat, dass das Thema gerade in der jüngsten Vergangenheit aus Sicht der Migranten an Brisanz gewonnen hat (Gutachten Sen et al., S. 37). So empfanden 91 Prozent der befragten Migranten im Jahr 2000 Ausländerfeindlichkeit als "wichtiges gesellschaftlich-politisches Problemfeld", während diese Einschätzung im Jahr 1999 nur 76 Prozent vertreten hatten. In einer anderen Studie wurde 1999 untersucht, ob türkischstämmige Migranten Diskriminierung erfahren haben. Ein Viertel aller Befragten gab an, bereits Ungleichbehandlung erfahren zu haben.

Je jünger die Befragten waren, desto häufiger hatten sie eine Ungleichbehandlung erfahren. Dieser Befund kann unterschiedliche Ursachen haben: Zum einen haben jüngere Zuwanderer in der Regel häufiger Kontakte zur deutschen Bevölkerung und erfahren daher stärker Vorurteile und individuelle Diskriminierung. Zum anderen entwickeln Migranten der zweiten und dritten Generation ein anderes Selbstverständnis und ein ausgeprägteres Selbstbewusstsein im Hinblick auf ihre Zugehörigkeit zur deutschen Gesellschaft als die erste Generation.

Junge Migranten, die in Deutschland aufgewachsen sind und die demokratischen und rechtsstaatlichen Werte der bundesdeutschen Gesellschaftsordnung verinnerlicht haben, stellen höhere Ansprüche an die Akzeptanz und Toleranz. Sie erwarten Gleichbehandlung und nehmen individuelle und strukturelle Ungleichbehandlung stärker wahr als ihre Eltern.

Recherchehinweise zum Thema:
Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Mohrenstr. 62, 10117 Berlin, Tel.: 030 / 20655-1835 oder 01888-555-1835, Fax: 030 / 20655-4512 oder 01888-555-4512, e-mail: as@bmfsfj.bund.de, Internet: http://www.integrationsbeauftragte.de

Zentrum für Türkeistudien, Altendorfer Straße 3, 45127Essen, Telefon 0201-3198 - 0, Fax 02 01-31 98 - 333, E-Mail: zft@uni-essen.de, http://www.uni-essen.de/zft/deutsch.html
Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, Mauerstraße 45, 10117 Berlin, Telefon: (01888) 527-0, Telefax: (01888) 527-29 65, E-Mail: info@bma.bund.de, Internet: http://www.bma.bund.de,